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Samstag, 13. Februar 2016

Fallbeispiele *interaktiv* am 3. Österreichischen Hundetrainerkongress


Der 3. Österreichische Hundetrainerkongress findet am 20./21. Februar 2016 auf der VetMedUniVienna statt. 
Ein spannendes Programm wartet auf HundetrainerInnen und -HalterInnen. 



Wer gerne einen Ausschnitt aus meiner Arbeit mit "Problemhunden" (nahezu) *live* miterleben möchte, meldet sich noch schnell an: http://petpartner.at/anmeldung-shop/ 
Ich werde anhand von 3 Fallbeispielen (auch der tolle Rottweiler Marlo) mittels vieler Videos zeigen, wie die Theorie konkret an Hund und TrainerIn (also mir :-) ) in der Praxis aussieht. 

 


Das Publikum wird dabei interaktiv in den Vortrag eingebunden - eine spannende Premiere. 

So kann sich jedeR in die Lage der TrainerIn hineinversetzen und sich fragen: "Wie hätte ich es gemacht?"... 



Dienstag, 19. Januar 2016

Der „Problemhund“ im Alltag - Seminar


Wege aus der Krise



Dein Hund reagiert sehr aufgeregt und bellt oder springt sogar knurrend in die Leine, wenn er fremde Hunde (oder andere Auslöser) sieht? Oder er steht generell "unter Strom" und sucht die Umgebung nach "Feinden" ab? Vielleicht zeigt er aber auch große Angst in manchen Situationen, lässt sich nicht beruhigen und ist nicht ansprechbar?
In diesem Seminar werden Ursachen und Auslöser erklärt - nur wer das Verhalten seines Hundes versteht, kann auch adäquat darauf eingehen.
Im weiteren werden mögliche Bewältigungsstrategien, Trainingsansätze und vor allem Lösungen für schwierige Alltagssituationen ("Notfallpläne") vorgestellt.
Die Theorie wird anhand von Videos veranschaulicht.


Inhalte:
  • "Problemhund" - Warum?
  • Lerntheoretische und verhaltensbiologische Grundlagen
  • Markertraining / Clickertraining
  • Bewältigungsstrategien
  • Verschiedene Trainingsansätze...
  • ... sinnvoll im Alltag anwenden


Samstag, 12.3.2016
10:00 - 14:30 Uhr
Preis: 70 Euro - inklusive Kaffee, Tee, Getränke
Ort: FUN-Bildungszentrum, Donaufelderstraße 252 / Top 2, 1220 Wien


Weitere Informationen bzw. Anmeldung via Email an u.aigner@gmail.com. 
          


Mittwoch, 13. Januar 2016

Hunde im Tierschutz - die 2. Seite der Medaille

Das Internet quillt über vor lauter Meldungen, die gequälte Hunde zeigen, die nur darauf warten gerettet zu werden. Ob überfülltes Tierheim (auch - aber nicht nur - im Ausland), Tötungsstation oder von der Straße aufgelesen - sie alle müssen in Sicherheit gebracht werden! Die pure Lebensrettung ist schnell geschehen und einfach organisiert - und Pflegestellen oder Fixplätze gibt es ja auch genügend, so scheint es.

Doch so schnell erhält man noch keine TierretterInnen-Ehrenmedaille. Im Gegenteil, für die Hunde ist hier das Leid häufig noch längst nicht vorbei. Und für manche geht es nie vorüber, die landen (und enden) dann bestenfalls in heimischen Tierheimen, schlechtestenfalls ... aber darüber wollen wir nicht nachdenken, schließlich ist der Hund doch gerettet!

Die Gründe, weshalb gar nicht so wenige vermeintliche Rettungen schiefgehen:

Die ersten beiden Punkte sind von Seiten der Vermittlungsorganisationen schlecht beeinflussbar. Selbstverständlich gibt es auch Hunde, die ein ganzes Paket an ungünstigen Voraussetzungen mitbringen, es aber doch irgendwie schaffen, sich anzupassen. Das ist aber etwas, das man nur dankbar annehmen kann. Es jedoch zu erwarten, ist unseriös - und ein Tierschutzproblem.

Viel wahrscheinlicher ist es, dass der gerettete Hund die eine oder andere Baustelle mitbringt. Zumindest sind etliche von ihnen bei meinen KollegInnen und mir im Training. Die Tücke ist, dass diese Baustelle nicht notgedrungen offensichtlich sein muss: Es können Monate vergehen, bis ein Hund nach dem ganzen Hin und Her angekommen ist - das ist dann spätestens der Zeitpunkt, wo mehr und mehr Probleme entstehen.

Und schon sind wir beim letzten - sehr problematischen - Punkt: Schlechte Beratung und damit schlechte Erfahrungen (für Hund und Mensch) zu diesem Zeitpunkt lassen einen Teufelskreis beginnen. So einige Tierschutzorganisationen kooperieren mit selbsternannten HundetrainerInnen, deren Methoden aus der Steinzeit zu sein scheinen (oder geben gar keine Hilfestellungen). Gewalt erzeugt Gegengewalt, die Abwärtsspirale beginnt. Wer zahlt immer drauf? Richtig, der Hund, der dann bestenfalls im heimischen Tierheim landet. Siehe oben.

Weshalb manche (viele?) Menschen (auch im Tierschutz) auf die "Hau-drauf"-Lösungen reinfallen, kann ich mir nicht erklären. Vielleicht, weil belohnungsbasiertes, wirklich gewaltfreies und damit tierschutzkonformes Training kompliziert wirkt und nicht nur eine simple Maßnahme ("hau drauf", "reiß ordentlich an") für ein komplexes Problem bietet. Gut gemeint ist eben nicht gut gemacht!

Wirklich leid tun mir jedenfalls die Hunde - und deren Menschen. Letztere tun ja meistens ihr Bestes und setzen schlechte Ratschläge um. Auch entgegen ihrer ethischen Grundsätze, weil ihnen einE vermeintlicheR ExpertIn zu Leinenruck, Side-Kick, Alpha-Wurf und Co geraten hat.

Und nun komme ich zum Grund dieses Posts... einer wahren Begebenheit:

Vor einiger Zeit fuhr ich mit dem Auto am Stadtrand um eine Kurve und beobachtete ein junges Paar mit einer Hündin. Der stark hechelnden Hündin wurde mittels Leinenruck am Kettenhalsband der Boden unter den Vorderbeinen genommen.
Innerlich zog es mich zusammen, jedoch ist das eine Szene, die eine Trainerin in einer Großstadt eben zu sehen bekommt. Bei einer einmaligen Aktion im Beobachtungszeitraum sage ich normalerweise nichts.
Als ich vorbeigefahren war und wieder geradeaus fuhr, blickte ich in den Rückspiegel um hoffentlich die Bestätigung der einmaligen Aktion zu erhalten. Jedoch weit gefehlt, ich sah einen stark gestressten Hund, der überhaupt nicht wusste, wie er der Strafe entgehen konnte, und somit wieder keinen Halt unter den Beinen hatte.

Ich hörte bereits meinen Puls, betätigte den Blinker, stoppte das Auto und stieg aus. Es folgte ein emotionales Gespräch, durchaus nicht unbedingt freundlich, mit der dringenden Bitte sich an einE wirklich gewaltfrei arbeitendeN TrainerIn zu wenden, muss ja nicht ich sein.
Anhand der Reaktion ahnte ich schon, dass die Beiden selbst nicht gerade glücklich darüber waren, was sie tun mussten. Aber es wurde ihnen eben von einem selbsternannten Hundecoach als notwendig erklärt - gerade bei einem Tierschutzhund, der Aggressionsverhalten zeigt.
In der Hoffnung, dass es für den Hund (und die Menschen) doch noch zu einer positiven Lösung kommen würde, stieg ich wieder ins Auto und fuhr mit zitternden Knien weiter.
Etwa ein halbes Jahr später ging ich mit meinen Hunden in der Gegend spazieren - und wen sah ich da? Die Hündin und ihre Besitzerin von damals Leckerli-fütternd mit rosarotem Sicherheitsgeschirr!!!

Meine Freude war groß, wenigstens eine Hündin war tatsächlich gerettet!

Doch damit war die Erfolgsgeschichte noch nicht vorüber. Ich stehe inzwischen mit der Besitzerin in gutem Kontakt, wir haben uns "ausgesprochen". Und sie war so lieb und hat mich darin unterstützt, ihre Geschichte zu erzählen - in der Hoffnung, dass einigen die Augen geöffnet werden.


Hier die Geschichte aus der Sicht der BesitzerInnen:

Vorgeschichte: 
Kettenhündin aus der Slowakei, kam ins Auffanglager in XXX, mit ca 2,5 Jahren nach Österreich zu einer Großpflegestelle. Sie verstand sich mit den dortigen Hunden nicht, weshalb sie die Pflegestelle öfter wechseln musste. Schließlich kam sie zur Tierpension eines selbsternannten Hundeexperten.
Ich habe natürlich wie fast jeder Cesar Millan im Fernsehen gesehen und habe nie verstanden wie es noch Problemhunde geben kann wenn die Lösung so einfach ist. Den Hund auf den ich aufgepasst habe, habe ich aber trotzdem mit Leckerlis von anderen Hunden abgelenkt. Das Kettenhalsband auf Vermittlungsfotos der Hündin fand ich grauenvoll.

Kennenlernen: (Hündin war 4 Jahre alt)
Wir fuhren zum selbsternannten Experten. Er brachte die Hündin aus dem Zwinger. Als sie weglaufen wollte bekam sie sofort einen heftigen Leinenruck mit dem Kettenhalsband auf Zug. Ich war sprachlos aber dachte tatsächlich das müsse so sein! Beim Gespräch mit dem "Trainer" versicherte ich ihm, dass ich mit Hündin fertig werden würde. Ich würde viel Sport mit ihr machen und sie dann mit Leckerlis von Hunden weglotsen. Er lächelte nur. Auf die Frage warum sie so ein furchtbares Halsband trage meinte er nur, dass sie sonst weglaufen würde.
Dann „durften“ wir bei einer seiner Trainingsstunden zusehen. Der Moment des Leinenrucks war total kurz. Für uns sah es tatsächlich so aus als würde er nur mit der Kette rascheln. Die Hunde waren sofort brav und folgten aufs Wort. Wir wussten damals nicht, dass sie einfach total eingeschüchtert waren. Wir hatten keine Ahnung von der Hundesprache. (Ich legte auch meinem Pflegehund eine Kette um und der war allein davon so eingeschüchtert, dass er permanent bei Fuß ging.)
Wir gingen mit der Hündin spazieren, sie zog sehr an der Leine. Der angebliche Trainer sah uns zu und gab uns „netterweise“ Gratisunterricht. Er meinte „So führt man einen Hund!“ und versetzte ihr einen wahnsinnig heftigen Leinenruck. Ich drehte mich um damit er meine Tränen nicht sehen konnte. Er erklärte uns, dass es für den Hund besser wäre einmal einen kräftigen Ruck zu bekommen als ständigem Druck auf dem Hals ausgesetzt zu sein wenn er an der Leine zieht. So peinlich es mir heute ist: es klang logisch und wir glaubten ihm. Seine Frau zeigte mir wie man einen Hund dazu bringt sich hinzusetzen: sie nahm die Leine in die Hand und zog so lange nach oben bis die Beine der Hündin einsackten. Ich machte es ihr nach. Als die Hündin saß war ich stolz es geschafft zu haben die Bestie zu bändigen.

Zuhause angekommen:
Wir dachten die Hündin müsse gleich beim ersten Spaziergang die ganze Umgebung kennenlernen und machten eine große Runde. Von Leinenführigkeit wie damals beim angeblichen Experten war keine Rede. Sie hechelte wie verrückt, war starkem Stress ausgesetzt. Wir ruckten an der Leine aber das veränderte nichts. Also ruckten wir fester. Dann kamst du und hast uns erklärt, dass sie leidet. In diesem Moment war alles einfach viel zu viel! Am liebsten hätte ich den Hund sofort wieder hergegeben. Dann kam die erste Hundebegegnung und die Hündin wollte den anderen Hund einfach nur killen! Würgereiz hin oder her! Da war klar: was der "Hundeexperte" gesagt hat war reiner Schwachsinn. Er meinte zwar, dass man bei Kettenhunden fester durchgreifen müsse, weil sie am Hals schon hart wären aber damit hat’s einfach gereicht. Ich habe daheim das Kettenhalsband um meinen Hals gelegt und mir lief es kalt den Rücken runter. Ich ging am nächsten Tag mit der Hündin einkaufen und kaufte ihr ein Geschirr. Der erste Versuch mit positivem Training war gleich sehr erfolgreich: ich hatte einen Hamster und belohnte den Jagdhund für ruhiges Verhalten neben dem Hamsterkäfig. Problem in wenigen Minuten gelöst!!! Das Hundeproblem war aber noch lange nicht gelöst. Ich versuchte die Hündin mit Leckerlis abzulenken – hatte damit aber nur mäßig Erfolg. Dann sah ich eine Frau wie sie ihren Hund an uns vorbeiclickerte und fragte sie (über das Geschrei der Hündin drüber) ob das funktioniere. Sie meinte es funktioniere super, man brauche dafür nur einen Trainer damit man‘s von Anfang an richtig mache. (Anmerkung: Das war eine meiner Kundinnen)

Wenn ich diese Zeilen lese, wird mir jetzt noch ganz anders. So vielen Hunden wird Furchtbares angetan - auch im Namen des Tierschutzes.
Doch müssen auch die hilfesuchenden Menschen durch eine "harte Zeit". Die kurze Schilderung der Besitzerin zeigt, wie sehr sie mit sich selbst im Konflikt war - berechtigterweise!

Ich erlebe es häufig als Hundetrainerin, dass Menschen tatsächlich erleichtert sind, den Hund nicht maßregeln zu müssen, sondern dass sie ihm auf gewaltfreie und tierschutzkonforme Weise viel besser zeigen können, wie er sich verhalten soll.
Alleine schon die Erklärung, dass der Hund nicht die Weltherrschaft an sich reißen möchte, sondern aus vielerlei Gründen nicht anders kann, öffnet Emathie und somit die Tür zu einer vertrauensvollen Beziehung.

Daher ist es mir ein großes Anliegen, dass Vermittlungsorganisationen mit seriösen HundetrainerInnen, die belohnungsbasiert, gewaltfrei und tierschutzkonform arbeiten, kooperieren.
Hundevermittlungen sollten idealerweise von Vorneherein begleitet werden (zumindest sollte es diesbezüglich Empfehlungen seitens der Vermittlungsorganisation geben). Oft genügen wenige Trainingseinheiten, um Hund und Mensch zu helfen.
Vermittlungsbegleitung spart Geld, Nerven und bedeutet echten aktiven Tierschutz. Vorbeugen ist besser als Heilen!

Trainieren statt dominieren!

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Was sich ein Hund wie Marlo für's neue Jahr wünscht...




Marlo ein paar Tage vor seinem Umzug
nach Österreich
Knapp ein Jahr ist vergangen, seit Marlo von Ungarn nach Österreich übersiedelte, was ihm gleichzeitig auch das Leben gerettet hat. Denn er hätte eingeschläfert werden sollen, Marlo galt als unberechenbar und aggressiv: Ein halbes Jahr vor seinem Umzug lernte ich ihn kennen, nachdem seine Retterinnen eine TrainerIn gesucht hatten, die sich bereiterklärte, mit einem Hund wie Marlo zu arbeiten.


Hunde wie Marlo (hier ist mehr über seine Geschichte nachzulesen) liegen mir besonders am Herzen. Durch strafbasierte Trainingsmethoden und empathielosen Umgang nimmt die Abwärtsspirale seinen Lauf, der Hund lernt, dass Aggressionsverhalten funktioniert - die unangenehmen Menschen bleiben auf Abstand. Übrig bleibt ein Lebewesen, völlig unverstanden und fehlinterpretiert, das wegen menschlicher Fehlleistungen getötet werden soll. Daher willigte ich sofort ein, den Rottweiler (damals noch "Macho" genannt - Namensgebung lässt auf Besitzer schließen...) kennen zu lernen und mit ihm zu arbeiten. :-)

Die Voraussetzungen waren alles andere als erfolgsversprechend: Der Rottweiler lebte seit Jahren in engen Zwingern, kaum jemand traute sich hinein, er zeigte Aggressionsverhalten und ich konnte nur alle drei Wochen die Reise nach Ungarn antreten.

Marlo beim heutigen Besuch:
Eine Freude :-)
Es hat sich jedoch alles zum Positiven entwickelt - mit Trainingsmethoden, die auf positiver Verstärkung beruhen, und einem gewaltfreien (ohne Einschüchterungen, Schreckreize, wegschupsen, etc) Umgang

Kurz nach seiner Übersiedelung zeigte sich Marlo schon von seiner besten Seite - das wenige, was in Ungarn an Training geschah, hatte er nicht vergessen. :-)

Vor der Auflistung, was Marlo alles schon kann (inkl. vieler Videos), gibt's erstmal Impressionen vom heutigen Besuch bei Marlo, dem Supertopcheckerrotti aus Ungarn (Updates, Fotos und noch weitere Videos auch auf Canis sapiens - Facebook-Seite und auf meinem YouTube-Kanal):












Marlos Trainingsfortschritte: :-)

  









Rottweiler Marlo - und viele andere mit einem ähnlichen Schicksal - wünscht sich, dass er im Jahr 2016 endlich SEINE Menschen kennenlernt und nach Hause gehen kann. 
Er hat es sich schwerstens verdient, der liebe Marlo! 
Ideal wäre ein Haus mit Garten in einer ruhigen Gegend und Menschen, die Marlo so lieben, wie er ist.
InteressentInnen, bitte unter u.aigner(ät)gmail.com melden!  Die Vermittlung würde natürlich bestmöglich begleitet werden, damit der Start ins neue Leben ohne Komplikationen verläuft...

Diejenigen, die Marlo nicht aufnehmen können, aber dennoch helfen wollen, können auch unterstützen! Seine Betreuung muss natürlich nach wie vor finanziert werden und auch hier ist Hilfe von nöten! Danke! 

Kontoinhaber: Private Tierhilfe Ungarn HYPO NÖ – Landesbank für NÖ und Wien
AT16 5300 0032 5502 1086
HYPNATWW
Kennwort Marlo


Inzwischen wünschen Marlo und ich alles erdenklich Gute für das Jahr 2016!!!







Mittwoch, 7. Oktober 2015

Anti-Jagd-Trainings-Workshop mit Canis sapiens










Viele kennen das Problem: Hundchen interessiert sich fast ausschließlich für Geruchsspuren am Boden und der Mensch ist damit beschäftigt, den Hund mit der Leine irgendwie "unter Kontrolle zu halten". Das führt auf Hunde- wie auch auf Menschenseite zu Frustration und Ärger, ohne Leine „geht gar nichts mehr“.









 


 Dieses Gegeneinander kann durch geschicktes Training in ein Miteinander verändert werden. „Gemeinsam statt einsam“ lautet das Motto dieses Workshops, in dem tierschutzkonform neue Wege beschritten werden. 

So wird die Möglichkeit geschaffen, mit dem Hund wieder entspannt durch Wald und Wiesen zu spazieren - und Hundchen kommt auch wenn man ihn ruft. :-)











In den zweitägigen Praxisworkshops werden theoretische Grundlagen direkt in die Praxis umgesetzt.

Samstag, 31.10.2015 – 10 bis 14:30 Uhr
(5 Unterrichtseinheiten) und
Samstag, 07.11.2015 – 10 bis 14:30 Uhr
(5 Unterrichtseinheiten)

(anrechenbar als Fortbildung für tierschutzqualifizierte HundetrainerInnen)



Weitere Informationen und Anmeldung:
http://www.adler-dogs.at/fileadmin/user_upload/Seminare/WS_Antijagd_3110_0711.pdf

Veranstaltung auf Facebook:
https://www.facebook.com/events/414186102116903/

Dienstag, 17. März 2015

Rotti Marlo wird für den Tierarzt vorbereitet


Charmantes Lächeln von Marlo
Seit seinem Zwingerdasein in Ungarn hat sich für Marlo viel verändert: Er hat viel mehr Platz und vor allem einen warmen Innenbereich, er lernt liebe und engagierte Menschen kennen, die ihm in kleinen Schritten das Leben zeigen. Marlo wird hundegerecht beschäftigt und bekommt Auslauf - das alles wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben.

Seine Geschichte ist hier nachzulesen.


Marlo soll in den nächsten Wochen tierärztlich untersucht werden: Blutbild, Röntgen, etc. stehen an. 
Die Gewöhnung an einen Maulkorb ist da Voraussetzung. Kleine Schritte im Training machen sich bezahlt:

Marlo freut sich schon auf die Übung.

Kurzes Adjustieren des Nackenriemens ...

... und schon sitzt er: Der Maulkorb und der Hund.

Wer hätte sich das erwartet, als Marlo noch in Ungarn war?


Um Marlo (und uns :-) ) den Tierarztbesuch zu erleichtern, trainierten wir ein paar grundlegende Abläufe. Auch hier bildete das kleinschrittige Training eine gute Vertrauensbasis, er durfte jeden Teilschritt zum Ziel langsam und positiv kennenlernen: 

In Ungarn bereits positiv assoziiert:
- Mensch außerhalb vom Zwinger
- Mensch im Zwinger
- Kopf durch Schlaufe stecken
- Brustgeschirr anlegen mit allen Zwischenschritten

Aber nun zu den jetzigen Trainingsschritten:
- Auf Waage setzen: Marlo wiegt über 41 kg
- Durch Ordinationsraum gehen
- Im Ordinationsraum hinsetzen
- Annäherung einer Person
- Annäherung einer Person und Berührung
- Annäherung einer Person mit Stethoskop
- Annäherung einer Person mit Stethoskop und Berührung damit

Das ist aber teilweise - zumindest für diesen - Tierarztbesuch "nicht notwendig", da Marlo unter Narkose untersucht werden wird. Dennoch kann's nicht schaden. 

Die Narkosespritze soll "im Vorbeigehen" gegeben werden, daher folgender Ablauf:
- Ordinationsraum betreten, Mensch steht direkt hinter Tür
- Ordinationsraum betreten, Mensch steht direkt hinter Tür und berührt Marlo am Hinterschenkel
- Ordinationsraum betreten, Mensch steht direkt hinter Tür und berührt Marlo mit einer Einmalspritze

Ein paar Eindrücke:







Dieser tolle Hund soll natürlich bald sein richtiges Zuhause kennenlernen:
InteressentInnen, nur her mit euch! :-) u.aigner(ät)gmail.com

Voraussetzung: Haus (am Land) mit Garten, keine (Klein-)Kinder, da er bisher "praktisch nichts" kennengelernt hat.


Aber auch eine Patenschaft wäre sehr wünschenswert: Marlo freut sich über Qualitätszeit, aber natürlich auch über finanzielle Hilfe.
Denn bis er endlich in ein Zuhause umziehen kann, wird noch Zeit vergehen und Unterbringung und Untersuchungen kosten Geld.

Daher sind UnterstützerInnen selbstverständlich herzlich willkommen:

Kontoinhaber: Private Tierhilfe Ungarn HYPO NÖ – Landesbank für NÖ und Wien   
AT16 5300 0032 5502 1086   
HYPNATWW   
Kennwort Marlo

DANKE AN ALLE UNTERSTÜTZER_INNEN! 

 
 ... to be continued ...





Donnerstag, 22. Januar 2015

In Ruhe lernen - Clickertraining ohne Hektik

"Schnell noch mit dem Hund was machen" ... "Dieses Ziel müssen wir bis morgen erreichen" - Diese Gedanken hat man im durchgeplanten Alltag bald mal im Kopf. Das spiegelt sich dann oft auch im Verhalten des Hundes.

Besonders beim Trainieren von Tricks oder auch bei der Verhaltensmodifikation von Hund-Hund-Aggressionsproblematik kann es passieren, dass zB. aufgedrehte oder hektische Verhaltensweisen belohnt werden.
Es soll ja Hunde geben, die beim Anblick des Clickers bereits eine sehr starke Erwartungshaltung haben: AUFREGUNG! :-)

Dabei kann man Ruhe und Konzentration genauso üben, wie schnelle (Verhaltens-) Reaktionen.

Ja, auch mit "Hibbelhunden".
Ja, auch mit mehreren Hunden.
Ja, auch mit mehreren "Hibbelhunden".

Oder gerade bei diesen. ;-)

Hunde, die lernen, auch mal mit Ruhe und Konzentration zum Erfolg zu kommen, können dies auch besser auf andere Situationen übertragen. Und das Training (bzw. der Clicker) bekommt eine neue emotionale Färbung. :)


Wichtige Grundlage, vor allem bei Mehrhundehaltung, ist das Warten auf einer Decke (Korb, Box):

1. Der Hund wird durch Handsignal oder durch Locken auf die Decke und in die Position "Platz" gelockt, sobald der Hund auf der Decke liegt, wird geclickt und in der Position "Platz" gefüttert. Steht der Hund nach dem Click auf, ist das kein Fehler. Einfach wieder in Position locken und danach Futter geben, nicht das Aufstehen belohnen.

2. Das Verhalten aktiv auflösen, der Hund soll lernen, nicht vor dem Auflösesignal aufzustehen. Das Auflösen kann auch mit Futter belohnt werden.

3. Die Distanz zum Hund schrittweise erhöhen: zuerst das Bein heben, währenddessen clicken und füttern wenn Hund auf seiner Decke liegen bleibt; dann einen Schritt zurück, währenddessen clicken und füttern wenn Hund auf seiner Decke liegen bleibt; etc... Das Auflösen des Verhaltens nicht vergessen!

4. Der Hund wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit schon bald selbstständig auf die Decke legen. Dann ist es soweit, das Verhalten zu benennen:
In dem Moment (idealerweise kurz davor), wenn der Hund zur Decke geht, wird das Wortsignal gesagt und dann mit Click und Futter belohnt, wenn er auf der Decke liegt. Verhalten wieder auflösen. :-)



Im Falle einer Mehrhunde-WG:

Bei Mehrhundehaltung sollten diese Basics eventuell mit jedem Hund einzeln aufgebaut werden.

Danach kann es beispielsweise so weitergehen:

1. Alle Hunde liegen auf ihrem Platz, in ausreichend großem Abstand zueinander und werden - gleichzeitig - durch Clicker und Futter belohnt.
Inzwischen sollten sie bereits verstanden haben, dass das Aufstehen erst nach dem Auflösesignal erwünscht ist.
Dennoch sollte bei den ersten Einheiten mit mehreren Hunden die Anforderungen wieder heruntergeschraubt werden, also Belohnungsintervall hoch, Abstand zu den Hunden gering, wenig Ablenkung, etc... Schritt für Schritt (siehe oben) diese Kriterien verändern.

Ja, es ist sehr gut möglich, mit einem Clicker zwei (oder mehrere) Hunde zu belohnen: auch wenn im weiteren Verlauf einer "arbeitet" und der andere "wartet".
Hunde sind intelligent und wissen, wann sie dran sind, wenn man ihnen die Gelegenheit dazu gibt. ;-)

Hier ist bereits eine fortgeschrittene Stufe zu sehen, Click für beide, danach gehe ich ruhig zurück und jedeR bekommt einen Keks serviert:


Nemo bekommt seinen Keks, Baghira ist noch mit Kauen beschäftigt:



2. Das Auflösen erfolgt einzeln: Hier wird Nemo mittels Name und Auflösesignal gefragt, ob er aufstehen mag. In dem Moment, wo Nemo aufsteht, bzw. Baghira liegen bleibt, erfolgt der Click und die Hunde bekommen mit ruhigen und langsamen Handbewegungen Kekse.
Es ist empfehlenswert, anfangs dem ruhenden Hund zuerst den Keks nach dem Click zu geben, oder beide gleichzeitig zu füttern (Achtung: keine hektischen, schnellen Bewegungen!):


Sobald beim Grundlagentraining der "wartende" Hund seinen Keks gegessen hat, ist der "arbeitende" dran:


3. Wenn das einzeln auflösen gut klappt (dh, es gibt keine Fehlstarts vom falschen Hund :-) ), bekommt der "arbeitende" Hund wirklich Etwas zu tun.
Das soll anfangs gar nichts Schwieriges oder Neues sein, ein Sitz genügt (für "Hibbelhunde" ohnehin schwer genug). Achtung: Click und Futter gibts nur in der erwünschten Position:


4. Nun sollte mehr und mehr begonnen werden, den "wartenden" Hund nicht mehr bei jedem Click (der ja in weiterer Folge eigentlich für den "arbeitenden" gedacht ist) mit Futter zu belohnen. Gute ZielwerferInnen unter uns können natürlich auch zwischendurch Kekse auf den Platz des "wartenden" Hundes werfen.
Der "arbeitende" Hund lernt unterschiedliche (zuerst) ruhige Signale (Sitz, Handtouch, später auch neue Verhaltensweisen...) auszuführen.

Das Ziel nicht aus den Augen verlieren: "wartende" Hund lernt geduldig zu warten, "arbeitende" Hund lernt sich zu konzentrieren.


Diese Anleitung kann natürlich nicht jede Eventualität abdecken und ist gerade für Clicker-AnfängerInnen (dasselbe für Markersignal) anfangs ohne Unterstützung in der Praxis schwierig umsetzbar.
Es ist daher sehr empfehlenswert, eine Stunde bei einem Trainer oder Trainerin zu nehmen, als lange Zeit bei den Basics nicht weiter zu kommen. Das frustriert nicht nur die Menschen, sondern auch die Hunde - und bringt vielleicht genau deshalb wieder mehr Hektik rein.

Wenn die Grundlagen passen, kann das Training "alles mögliche" umfassen: alte Tricks, neue Tricks, etc.
Dann macht es ja erst so richtig Spaß. :-)


Hier lernen meine Hunde langsam und konzentriert Körperübungen, die die Balance, Muskulatur und Beweglichkeit fördern. Für die 12-jährige Baghira besonders wertvoll!


Click für bewusst langsames Hinaufsteigen.
Keks nach dem Click nicht vergessen.
Das klappt auch auf der oberen Stufe.
Handtouch nach oben bringt Baghira dazu, sich zu strecken.



Click für Nemo, wenn er nur auf die erste Stufe steigt, anstatt hektisch zu springen.
Click und freudige Erwartung...
... auf den Keks - ganz ohne Hektik und Frust.

Wichtig: Am Schluss gibt es immer auf dem Platz ...
... Kekse, und zwar mehrere. Durchaus auch auf Decke suchen lassen.
Für ein ruhiges Ende der Trainingseinheit. :-)

Viel Spaß beim Training! :-)