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Samstag, 13. Februar 2016

Fallbeispiele *interaktiv* am 3. Österreichischen Hundetrainerkongress


Der 3. Österreichische Hundetrainerkongress findet am 20./21. Februar 2016 auf der VetMedUniVienna statt. 
Ein spannendes Programm wartet auf HundetrainerInnen und -HalterInnen. 



Wer gerne einen Ausschnitt aus meiner Arbeit mit "Problemhunden" (nahezu) *live* miterleben möchte, meldet sich noch schnell an: http://petpartner.at/anmeldung-shop/ 
Ich werde anhand von 3 Fallbeispielen (auch der tolle Rottweiler Marlo) mittels vieler Videos zeigen, wie die Theorie konkret an Hund und TrainerIn (also mir :-) ) in der Praxis aussieht. 

 


Das Publikum wird dabei interaktiv in den Vortrag eingebunden - eine spannende Premiere. 

So kann sich jedeR in die Lage der TrainerIn hineinversetzen und sich fragen: "Wie hätte ich es gemacht?"... 



Dienstag, 19. Januar 2016

Der „Problemhund“ im Alltag - Seminar


Wege aus der Krise



Dein Hund reagiert sehr aufgeregt und bellt oder springt sogar knurrend in die Leine, wenn er fremde Hunde (oder andere Auslöser) sieht? Oder er steht generell "unter Strom" und sucht die Umgebung nach "Feinden" ab? Vielleicht zeigt er aber auch große Angst in manchen Situationen, lässt sich nicht beruhigen und ist nicht ansprechbar?
In diesem Seminar werden Ursachen und Auslöser erklärt - nur wer das Verhalten seines Hundes versteht, kann auch adäquat darauf eingehen.
Im weiteren werden mögliche Bewältigungsstrategien, Trainingsansätze und vor allem Lösungen für schwierige Alltagssituationen ("Notfallpläne") vorgestellt.
Die Theorie wird anhand von Videos veranschaulicht.


Inhalte:
  • "Problemhund" - Warum?
  • Lerntheoretische und verhaltensbiologische Grundlagen
  • Markertraining / Clickertraining
  • Bewältigungsstrategien
  • Verschiedene Trainingsansätze...
  • ... sinnvoll im Alltag anwenden


Samstag, 12.3.2016
10:00 - 14:30 Uhr
Preis: 70 Euro - inklusive Kaffee, Tee, Getränke
Ort: FUN-Bildungszentrum, Donaufelderstraße 252 / Top 2, 1220 Wien


Weitere Informationen bzw. Anmeldung via Email an u.aigner@gmail.com. 
          


Mittwoch, 13. Januar 2016

Hunde im Tierschutz - die 2. Seite der Medaille

Das Internet quillt über vor lauter Meldungen, die gequälte Hunde zeigen, die nur darauf warten gerettet zu werden. Ob überfülltes Tierheim (auch - aber nicht nur - im Ausland), Tötungsstation oder von der Straße aufgelesen - sie alle müssen in Sicherheit gebracht werden! Die pure Lebensrettung ist schnell geschehen und einfach organisiert - und Pflegestellen oder Fixplätze gibt es ja auch genügend, so scheint es.

Doch so schnell erhält man noch keine TierretterInnen-Ehrenmedaille. Im Gegenteil, für die Hunde ist hier das Leid häufig noch längst nicht vorbei. Und für manche geht es nie vorüber, die landen (und enden) dann bestenfalls in heimischen Tierheimen, schlechtestenfalls ... aber darüber wollen wir nicht nachdenken, schließlich ist der Hund doch gerettet!

Die Gründe, weshalb gar nicht so wenige vermeintliche Rettungen schiefgehen:

Die ersten beiden Punkte sind von Seiten der Vermittlungsorganisationen schlecht beeinflussbar. Selbstverständlich gibt es auch Hunde, die ein ganzes Paket an ungünstigen Voraussetzungen mitbringen, es aber doch irgendwie schaffen, sich anzupassen. Das ist aber etwas, das man nur dankbar annehmen kann. Es jedoch zu erwarten, ist unseriös - und ein Tierschutzproblem.

Viel wahrscheinlicher ist es, dass der gerettete Hund die eine oder andere Baustelle mitbringt. Zumindest sind etliche von ihnen bei meinen KollegInnen und mir im Training. Die Tücke ist, dass diese Baustelle nicht notgedrungen offensichtlich sein muss: Es können Monate vergehen, bis ein Hund nach dem ganzen Hin und Her angekommen ist - das ist dann spätestens der Zeitpunkt, wo mehr und mehr Probleme entstehen.

Und schon sind wir beim letzten - sehr problematischen - Punkt: Schlechte Beratung und damit schlechte Erfahrungen (für Hund und Mensch) zu diesem Zeitpunkt lassen einen Teufelskreis beginnen. So einige Tierschutzorganisationen kooperieren mit selbsternannten HundetrainerInnen, deren Methoden aus der Steinzeit zu sein scheinen (oder geben gar keine Hilfestellungen). Gewalt erzeugt Gegengewalt, die Abwärtsspirale beginnt. Wer zahlt immer drauf? Richtig, der Hund, der dann bestenfalls im heimischen Tierheim landet. Siehe oben.

Weshalb manche (viele?) Menschen (auch im Tierschutz) auf die "Hau-drauf"-Lösungen reinfallen, kann ich mir nicht erklären. Vielleicht, weil belohnungsbasiertes, wirklich gewaltfreies und damit tierschutzkonformes Training kompliziert wirkt und nicht nur eine simple Maßnahme ("hau drauf", "reiß ordentlich an") für ein komplexes Problem bietet. Gut gemeint ist eben nicht gut gemacht!

Wirklich leid tun mir jedenfalls die Hunde - und deren Menschen. Letztere tun ja meistens ihr Bestes und setzen schlechte Ratschläge um. Auch entgegen ihrer ethischen Grundsätze, weil ihnen einE vermeintlicheR ExpertIn zu Leinenruck, Side-Kick, Alpha-Wurf und Co geraten hat.

Und nun komme ich zum Grund dieses Posts... einer wahren Begebenheit:

Vor einiger Zeit fuhr ich mit dem Auto am Stadtrand um eine Kurve und beobachtete ein junges Paar mit einer Hündin. Der stark hechelnden Hündin wurde mittels Leinenruck am Kettenhalsband der Boden unter den Vorderbeinen genommen.
Innerlich zog es mich zusammen, jedoch ist das eine Szene, die eine Trainerin in einer Großstadt eben zu sehen bekommt. Bei einer einmaligen Aktion im Beobachtungszeitraum sage ich normalerweise nichts.
Als ich vorbeigefahren war und wieder geradeaus fuhr, blickte ich in den Rückspiegel um hoffentlich die Bestätigung der einmaligen Aktion zu erhalten. Jedoch weit gefehlt, ich sah einen stark gestressten Hund, der überhaupt nicht wusste, wie er der Strafe entgehen konnte, und somit wieder keinen Halt unter den Beinen hatte.

Ich hörte bereits meinen Puls, betätigte den Blinker, stoppte das Auto und stieg aus. Es folgte ein emotionales Gespräch, durchaus nicht unbedingt freundlich, mit der dringenden Bitte sich an einE wirklich gewaltfrei arbeitendeN TrainerIn zu wenden, muss ja nicht ich sein.
Anhand der Reaktion ahnte ich schon, dass die Beiden selbst nicht gerade glücklich darüber waren, was sie tun mussten. Aber es wurde ihnen eben von einem selbsternannten Hundecoach als notwendig erklärt - gerade bei einem Tierschutzhund, der Aggressionsverhalten zeigt.
In der Hoffnung, dass es für den Hund (und die Menschen) doch noch zu einer positiven Lösung kommen würde, stieg ich wieder ins Auto und fuhr mit zitternden Knien weiter.
Etwa ein halbes Jahr später ging ich mit meinen Hunden in der Gegend spazieren - und wen sah ich da? Die Hündin und ihre Besitzerin von damals Leckerli-fütternd mit rosarotem Sicherheitsgeschirr!!!

Meine Freude war groß, wenigstens eine Hündin war tatsächlich gerettet!

Doch damit war die Erfolgsgeschichte noch nicht vorüber. Ich stehe inzwischen mit der Besitzerin in gutem Kontakt, wir haben uns "ausgesprochen". Und sie war so lieb und hat mich darin unterstützt, ihre Geschichte zu erzählen - in der Hoffnung, dass einigen die Augen geöffnet werden.


Hier die Geschichte aus der Sicht der BesitzerInnen:

Vorgeschichte: 
Kettenhündin aus der Slowakei, kam ins Auffanglager in XXX, mit ca 2,5 Jahren nach Österreich zu einer Großpflegestelle. Sie verstand sich mit den dortigen Hunden nicht, weshalb sie die Pflegestelle öfter wechseln musste. Schließlich kam sie zur Tierpension eines selbsternannten Hundeexperten.
Ich habe natürlich wie fast jeder Cesar Millan im Fernsehen gesehen und habe nie verstanden wie es noch Problemhunde geben kann wenn die Lösung so einfach ist. Den Hund auf den ich aufgepasst habe, habe ich aber trotzdem mit Leckerlis von anderen Hunden abgelenkt. Das Kettenhalsband auf Vermittlungsfotos der Hündin fand ich grauenvoll.

Kennenlernen: (Hündin war 4 Jahre alt)
Wir fuhren zum selbsternannten Experten. Er brachte die Hündin aus dem Zwinger. Als sie weglaufen wollte bekam sie sofort einen heftigen Leinenruck mit dem Kettenhalsband auf Zug. Ich war sprachlos aber dachte tatsächlich das müsse so sein! Beim Gespräch mit dem "Trainer" versicherte ich ihm, dass ich mit Hündin fertig werden würde. Ich würde viel Sport mit ihr machen und sie dann mit Leckerlis von Hunden weglotsen. Er lächelte nur. Auf die Frage warum sie so ein furchtbares Halsband trage meinte er nur, dass sie sonst weglaufen würde.
Dann „durften“ wir bei einer seiner Trainingsstunden zusehen. Der Moment des Leinenrucks war total kurz. Für uns sah es tatsächlich so aus als würde er nur mit der Kette rascheln. Die Hunde waren sofort brav und folgten aufs Wort. Wir wussten damals nicht, dass sie einfach total eingeschüchtert waren. Wir hatten keine Ahnung von der Hundesprache. (Ich legte auch meinem Pflegehund eine Kette um und der war allein davon so eingeschüchtert, dass er permanent bei Fuß ging.)
Wir gingen mit der Hündin spazieren, sie zog sehr an der Leine. Der angebliche Trainer sah uns zu und gab uns „netterweise“ Gratisunterricht. Er meinte „So führt man einen Hund!“ und versetzte ihr einen wahnsinnig heftigen Leinenruck. Ich drehte mich um damit er meine Tränen nicht sehen konnte. Er erklärte uns, dass es für den Hund besser wäre einmal einen kräftigen Ruck zu bekommen als ständigem Druck auf dem Hals ausgesetzt zu sein wenn er an der Leine zieht. So peinlich es mir heute ist: es klang logisch und wir glaubten ihm. Seine Frau zeigte mir wie man einen Hund dazu bringt sich hinzusetzen: sie nahm die Leine in die Hand und zog so lange nach oben bis die Beine der Hündin einsackten. Ich machte es ihr nach. Als die Hündin saß war ich stolz es geschafft zu haben die Bestie zu bändigen.

Zuhause angekommen:
Wir dachten die Hündin müsse gleich beim ersten Spaziergang die ganze Umgebung kennenlernen und machten eine große Runde. Von Leinenführigkeit wie damals beim angeblichen Experten war keine Rede. Sie hechelte wie verrückt, war starkem Stress ausgesetzt. Wir ruckten an der Leine aber das veränderte nichts. Also ruckten wir fester. Dann kamst du und hast uns erklärt, dass sie leidet. In diesem Moment war alles einfach viel zu viel! Am liebsten hätte ich den Hund sofort wieder hergegeben. Dann kam die erste Hundebegegnung und die Hündin wollte den anderen Hund einfach nur killen! Würgereiz hin oder her! Da war klar: was der "Hundeexperte" gesagt hat war reiner Schwachsinn. Er meinte zwar, dass man bei Kettenhunden fester durchgreifen müsse, weil sie am Hals schon hart wären aber damit hat’s einfach gereicht. Ich habe daheim das Kettenhalsband um meinen Hals gelegt und mir lief es kalt den Rücken runter. Ich ging am nächsten Tag mit der Hündin einkaufen und kaufte ihr ein Geschirr. Der erste Versuch mit positivem Training war gleich sehr erfolgreich: ich hatte einen Hamster und belohnte den Jagdhund für ruhiges Verhalten neben dem Hamsterkäfig. Problem in wenigen Minuten gelöst!!! Das Hundeproblem war aber noch lange nicht gelöst. Ich versuchte die Hündin mit Leckerlis abzulenken – hatte damit aber nur mäßig Erfolg. Dann sah ich eine Frau wie sie ihren Hund an uns vorbeiclickerte und fragte sie (über das Geschrei der Hündin drüber) ob das funktioniere. Sie meinte es funktioniere super, man brauche dafür nur einen Trainer damit man‘s von Anfang an richtig mache. (Anmerkung: Das war eine meiner Kundinnen)

Wenn ich diese Zeilen lese, wird mir jetzt noch ganz anders. So vielen Hunden wird Furchtbares angetan - auch im Namen des Tierschutzes.
Doch müssen auch die hilfesuchenden Menschen durch eine "harte Zeit". Die kurze Schilderung der Besitzerin zeigt, wie sehr sie mit sich selbst im Konflikt war - berechtigterweise!

Ich erlebe es häufig als Hundetrainerin, dass Menschen tatsächlich erleichtert sind, den Hund nicht maßregeln zu müssen, sondern dass sie ihm auf gewaltfreie und tierschutzkonforme Weise viel besser zeigen können, wie er sich verhalten soll.
Alleine schon die Erklärung, dass der Hund nicht die Weltherrschaft an sich reißen möchte, sondern aus vielerlei Gründen nicht anders kann, öffnet Emathie und somit die Tür zu einer vertrauensvollen Beziehung.

Daher ist es mir ein großes Anliegen, dass Vermittlungsorganisationen mit seriösen HundetrainerInnen, die belohnungsbasiert, gewaltfrei und tierschutzkonform arbeiten, kooperieren.
Hundevermittlungen sollten idealerweise von Vorneherein begleitet werden (zumindest sollte es diesbezüglich Empfehlungen seitens der Vermittlungsorganisation geben). Oft genügen wenige Trainingseinheiten, um Hund und Mensch zu helfen.
Vermittlungsbegleitung spart Geld, Nerven und bedeutet echten aktiven Tierschutz. Vorbeugen ist besser als Heilen!

Trainieren statt dominieren!

Montag, 23. März 2015

Hilfe für Marlo in fremder Umgebung: Decke als Target

Demnächst wird Marlo veterinärmedzinisch untersucht. Zwar unter Narkose, aber er wird eine fremde Ordination betreten, bevor er die Anästhesie bekommt. 

Was für andere Hunde - zwar unangenehm, aber - bekannt ist, stellt für Marlo eine Herausforderung dar (selbstverständlich sollte jeder Hund grundlegendes Tierarzttraining genießen). Denn Marlo lebte in seinem kurzen Leben bisher nahezu ausschließlich in kleinen Zwingern, teilweise auf 4m², ohne direkten Kontakt zu Menschen. Er galt als aggressiv, im Schutzhundesport erfahrene Trainer wagten nicht, mit ihm zu arbeiten. Als er zum ersten Mal wieder ins Freie durfte, musste er buchstäblich gehen lernen - fast er robbte am Bauch - weil er mit dem Untergrund und allen Umwelteinflüssen überfordert war. Hier ist seine Geschichte ausführlich nachzulesen.

Daher üben wir ganz grundlegende Abläufe:
  • In Ordination sein
  • Person nähert sich an
  • Person nähert sich an und berührt
  • Person nähert sich an und berührt mit Einmalspritze
  • Ordination betreten, während Person neben Türrahmen steht und ihn am Schenkel berührt - so soll Marlo seine Injektion bekommen


Marlo in positiver Erwartungshaltung.

Damit Marlo sich in der fremden Ordination besser orientieren kann und ein bekanntes Ziel, also Target, vor Augen hat, trainieren wir, dass "Auf die Decke gehen" etwas Tolles ist. So hat Marlo eine schon eine Idee davon, wohin er sich orientieren bzw. wie er sich verhalten kann.

So nebenbei lernt Marlo auch, sich nicht durch Türen durchzudrängen bzw. durchzustürmen, sondern sitzend auf ein Signal des Menschen zu warten:




Das Training kann beginnen, sagt Marlo:



Zuerst gehen wir mal ganz locker ohne Leine herum, wenn Marlo Interesse für die Decke zeigt bzw. draufsteigt, gibt's Click und Belohnung.






Als nächstes üben wir das mal angeleint. Ob Marlo auf der Decke sitzt oder steht, spielt eine untergeordnete Rolle. Ich habe ihn aber bewusst auch im Stehen bestätigt, damit es sich vom Verhalten "Mitgehen und hinsetzen, wenn Mensch stehen bleibt" abhebt. Wichtig ist, dass er gerne auf die Decke geht:










In der Ordination ist das alles natürlich mit Beißkorb gefragt, daher kommt der jetzt auch beim Training dazu. Marlo hat offenkundig überhaupt kein Problem damit, im Gegenteil:





Als krönenden Abschluss haben wir dann das Deckentraining in die Ordination verlegt. Zusätzlich zum bereits bekannten Ablauftraining, war heute eine fremde Person im Ordinationsraum mit dabei, die beim Annäherungstraining ohne Berühren involviert wurde:



Marlo entwickelt sich zu einem aufgeschlossenen Hund, der die Welt in positiver Erwartung entdeckt. 
In meiner Abwesenheit werden die Trainingsschritte gefestigt, eine wichtige Voraussetzung, dass ich bei meinem Besuch die Anforderungen steigern kann. 

ALLE LERNEN UND MARLO LEBT - WIN-WIN-WIN


Dieser tolle Hund soll natürlich bald sein richtiges Zuhause kennenlernen:
InteressentInnen, nur her mit euch! :-) u.aigner(ät)gmail.com

Voraussetzung: Haus (am Land) mit Garten, keine (Klein-)Kinder, da er bisher "praktisch nichts" kennengelernt hat.


Aber auch eine Patenschaft wäre sehr wünschenswert: Marlo freut sich über Qualitätszeit, aber natürlich auch über finanzielle Hilfe.
Denn bis er endlich in ein Zuhause umziehen kann, wird noch Zeit vergehen und Unterbringung und Untersuchungen kosten Geld.

Daher sind UnterstützerInnen selbstverständlich herzlich willkommen:

Kontoinhaber: Private Tierhilfe Ungarn HYPO NÖ – Landesbank für NÖ und Wien   
AT16 5300 0032 5502 1086   
HYPNATWW   
Kennwort Marlo

DANKE AN ALLE UNTERSTÜTZER_INNEN! 

 
 ... to be continued ...


Montag, 23. Februar 2015

Marlo freut sich!





Marlo zu besuchen, bereitet ja immer Freude. Dass die Freude auch auf seiner Seite ist, zeigt er inzwischen sehr deutlich: Freuden-Sprünge, Winseln, Streicheln lassen... und das auch bei seinen BetreuerInnen. Nettes Zusatz-Feature: Er kann Sitzen auf Signal, auch wenn er sich freut. :-)




Was bisher mit Marlo geschah...(zum Nachlesen) - aber nur soviel: Marlo lebte in seinem kurzen Leben nahezu ausschließlich in kleinen Zwingern, das letzte Jahr auf 6m². Marlo galt als aggressiv, im Schutzhundesport erfahrene Trainer wagten nicht, mit ihm zu arbeiten. Als er zum ersten Mal wieder ins Freie durfte, musste er buchstäblich gehen lernen (er robbte fast am Bauch), weil er mit dem Untergrund und allen Umwelteinflüssen überfordert war.




Aber nun zum heutigen Besuch:

Maulkorb-Training: Ein paar Schritte gehen und Riemen um Nacken legen, ohne Verschließen.







Marlo ist ein ganz lieber, offener und freundlicher Hund und genießt auch ein paar Streicheleinheiten.





Marlo reagiert auch bereits viel besser und kann sich länger konzentrieren. Anfangs war er ja so überwältigt, dass er sich von manchen Reizen kaum lösen konnte, an ein lockeres Wegrufen wär da nicht zu denken gewesen.



Als netten Abschluß durfte Marlo in eine Box in einem Auto springen und dort Kekse suchen. Und weil er das so toll fand, noch ein zweites Mal. Schön, dass ihn der Transport in der Box aus Ungarn nicht verängstigte. :-)

Ein Wahnsinn, wie großartig Marlo sich entwickelt. 


Und dieser tolle Hund soll natürlich auch ein richtiges Zuhause bekommen. 

InteressentInnen, nur her mit euch! :-) u.aigner(ät)gmail.com

Voraussetzung: Haus (am Land) mit Garten, keine (Klein-)Kinder, da er bisher "praktisch nichts" kennengelernt hat.

Doch bis dahin wird noch Zeit vergehen und die Unterbringung in Österreich kostet - genauso wie in Ungarn - Geld.

Daher sind finanzielle UnterstützerInnen selbstverständlich herzlich willkommen:

Kontoinhaber: Private Tierhilfe Ungarn HYPO NÖ – Landesbank für NÖ und Wien   
AT16 5300 0032 5502 1086   
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Kennwort Marlo

DANKE AN ALLE UNTERSTÜTZER_INNEN!


... to be continued ...

Montag, 16. Februar 2015

Rottweiler Marlo lernt ... Vertrauen

Der heutige Besuch bei Marlo, dem Rottweiler aus Ungarn, war wieder äußerst erfreulich. :-)

Für alle Neu-EinsteigerInnen im Bericht über Marlos Leben, hier ist seine Geschichte nachzulesen.

Es ging wieder ins Freie. :-)


Auf dem Weg in den Auslauf entdeckt Marlo eine interessante Stelle.


Ruhiges Training: Marlo wartet auf die Beißkorbübung.




Auch als ein anderer Hund am Zaun vorbeiging, ließ sich Marlo, kurzfristig wieder angeleint, sehr gut umlenken.
Es ist sehr schön mitzuerleben, wie dankbar Marlo die Hilfe annimmt.




Marlo lernt Vertrauen.


Marlo genießt sein neues Leben, bekommt auch in meiner Abwesenheit Auslauf und erlebt freundliche und nette menschliche Gesellschaft.

Marlo hat es sich verdient, bald jemanden kennenzulernen, der oder die ihm ein schönes und liebevolles Zuhause geben kann.

Da er so wenig kennengelernt hat, ist ein Haus (am Land) mit Garten Voraussetzung, keine (Klein-)Kinder. Ein Kennenlernen wäre ab sofort möglich, Marlo braucht Zeit, um Vertrauen zu fassen.


Doch bis zu einer erfolgreichen Vermittlung wird noch Zeit vergehen und die Unterbringung in Österreich kostet - genauso wie in Ungarn - Geld.

Zudem stehen derzeit medizinische Untersuchungen an.

Daher sind finanzielle UnterstützerInnen selbstverständlich herzlich willkommen:

Kontoinhaber: Private Tierhilfe Ungarn
HYPO NÖ – Landesbank für NÖ und Wien 
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DANKE AN ALLE UNTERSTÜTZER_INNEN!



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Montag, 26. Januar 2015

Marlo auf der Wiese!


Nach so langer Zeit - Marlos Geschichte ist hier nachzulesen - war es heute endlich soweit:

Der langersehnte Freilauf auf einer großen Wiese! :-)


Noch im Außenbereich des Zwingers wartet Marlo brav darauf, angeleint zu werden:



Der schönste Moment: 

[interessanter "Zufallseffekt" der Kamera]

Gemeinsames Suchspiele:



Sehr aufmerksam, zwischen den Erkundungsläufen:



Warten bevor es wieder zurück geht:




Marlo geht es wirklich hervorragend, besonders auch Dank der tollen Betreuung vor Ort. :-)


Genauso wie die Tierpension in Ungarn kostet die Unterbringung hier in Österreich natürlich auch Geld.


Zudem stehen derzeit medizinische Untersuchungen bzw. eine Kastration an.

Daher sind finanzielle UnterstützerInnen selbstverständlich herzlich willkommen:

Kontoinhaber: Private Tierhilfe Ungarn
HYPO NÖ – Landesbank für NÖ und Wien 
AT16 5300 0032 5502 1086 
HYPNATWW 
Kennwort Marlo


DANKE AN ALLE UNTERSTÜTZER_INNEN!



... to be continued ...



Sonntag, 20. Juli 2014

Training "aggressiver Rottweiler" - Hilferuf aus Ungarn

Vor ein paar Wochen erreichte mich ein Anruf einer Tierschützerin. Sie hilft gemeinsam mit einer Tierschutzorganisation, Hunde aus Ungarn zu vermitteln bzw. vor der Tötungsstation zu retten.

Macho in seinem kleinen "Zuhause"
in der Tierpension.

"Seit einigen Monaten haben wir einen Rottweiler-Rüden in einer Tierpension untergebracht und niemand traut sich in den Zwinger. Sie wurden mir für die Resozialisation empfohlen.", hörte ich die Dame am Telefon sagen.

Nach einem langen Telefonat, bei dem ich meine Einstellung und Grundlagen im Umgang und Training erklärte, war klar: Alle 2 Wochen besuchen wir den "Problemhund" und ich werde mit ihm arbeiten - häufiger geht sich beruflich nicht aus. Aber weniger ist ohnehin mehr - mal schauen, wie weit wir kommen werden.


Vorgeschichte des unkastrierten Rüden:
Macho - was für ein "genialer" Name - lebte bei einem Mann, der spätestens ab Machos Pubertät mit ihm überfordert war. Macho musste bestimmt auch unangenehme Erfahrungen mit Menschen machen - als Konsequenz lernte er, dass Aggressionsverhalten funktioniert --> Menschen lassen ihn dann in Ruhe.
So kam es dazu, dass Macho nur noch in einem Zwinger eingesperrt war, der Besitzer kaum Zeit hatte, ein "Teufelskreis"...
Weil er so wenig Zeit für Macho hatte, entschied sich der Besitzer, ihm einen zweiten Rottweiler-Rüden "zum Spielen" dazu zu kaufen. Tja, was soll mensch da sagen??? "Gut gemeint" hilft halt auch nix. Denn anstatt zu spielen haben die beiden Hunde eher gekämpft. Was dazu geführt hat, dass beide nebeneinander eingesperrt in einem kleinen Zwinger ihr Dasein fristeten. Da der Besitzer immer mehr Angst vor Macho bekam, wurde entschieden, ihn abzugeben - zum Glück für Macho nicht in die Tötung, sondern in die Obhut der Tierschützer.

Macho lebt zwar unter sehr ungünstigen Umständen, aber er hat in seinem kleinen Zwinger eine Rückzugsmöglichkeit: Eine Hütte, deren Öffnung auf die Seite zeigt. Das bedeutet, dass Macho sich auch unangenehmen Blicken und Situationen entziehen kann - das gibt ihm sehr viel Sicherheit und vor allem Kontrolle. Ich bin mir sicher, diese Möglichkeit, auch weggehen zu können und nicht attackieren zu müssen, ist der Grund dafür, dass sich Macho gar nicht so aggressiv präsentiert.

Leckerli-Füttern und
Clicker-Konditionieren.
Im Rahmen des ersten Besuchs konnte ich ihn bereits durch das Zwingergitter füttern (er nahm die Leckerlis unerwartet sanft!) und ihn auch in seine Hütte (auf ungarisch) schicken. Das hat er nämlich nach einiger Zeit gelernt, teilte mir der
Tierpensionsleiter mit.
Letzterer hat seit 40 Jahren Hundeerfahrung (Schutzhunde"sport") und O-Ton: "Ich hatte noch nie mit einem derart aggressiven Hund zu tun.".
Anmerkung von mir: Er hatte noch nie mit Hunden zu tun, die sich nicht jede unfaire Bestrafung und brutale Behandlung gefallen lassen, sondern sich wehren.
Aber alles hat auch seinen Sinn: Der Tierpensionsleiter ist inzwischen auch schon dazu übergegangen, beruhigend auf Macho einzureden, während er ihm Leckerlis durch das Gitter steckt. :-)


Auch beim zweiten Besuch hat Macho richtig toll mitgemacht.
Folgendes haben wir erfolgreich bewältigt:

Macho bestimmt selbst,
wie weit wir gehen beim Training "Tür öffnen".
  • Clicker ankonditionieren
  • Handtarget mit Nase folgen
  • Click für Blick zu mir
  • Tür öffnen, Macho in sein Haus schicken - Click & Belohnung
  • Tür öffnen - Click & Belohnung
  • Halsband und Leine zeigen - Click & Belohnung
  • Einfach "da sein" und ihm zeigen, dass Nichts passiert, was er nicht will und wovor er Angst hat.



Macho denkt: "Die ist offenbar keine
Gefahr, da kann ich mich auch hinlegen."
Letzteres ist besonders wichtig. Macho hat eindeutig große Angst davor, in eine bedrängende Situation zu kommen - seine Augen und seine Körpersprache zeigen
das ganz deutlich. Hat er keine Möglichkeit auszuweichen und erkennt mensch seine Angst nicht, ist es klar, dass Macho in einen massiven Konflikt gebracht wird.

Bei mir braucht Macho jedoch keine Angst zu haben. Ich gehe nur soweit, wie es für ihn ok ist.


Die Arbeit mit und um Macho wird von mir weiter dokumentiert und hier auf meinem Blog veröffentlicht. Demnächst kommt sicher schon das eine oder andere tolle Video von dem lieben Rotti-Buben!


Vielleicht findet sich ja jemand, der/die sich in Macho verliebt und bereit ist, ein bisschen mehr Arbeit "reinzustecken"... Macho wird es jedem/jeder danken!

Ich kann ihn leider nicht zu mir nehmen, mein Hundekontingent ist voll!

InteressentInnen können sich bei mir gerne melden: info@canis-sapiens.at

:-)

Samstag, 19. Juli 2014

Schermaschinen-Training mit Heinzi

Es ist sehr heiß - Baghira und Nemo springen schon in ihrer Kurzhaar-Sommerfrisur durch die Gegend.

Baghira und Nemo mit angenehmer Sommerfrisur
Bei Heinzi, hier ist seine Geschichte nachzulesen, geht das nicht so einfach: Er hat ganz schlechte Erfahrungen mit festhalten und untersuchen, generell Nähe zu Menschen gemacht, wurde brutal abgerichtet... hat also gelernt, dass Menschen nicht sooo toll sind und hund sich diese Lebewesen lieber vom Leib hält. Diese Erfahrungen führten dazu, dass er schwer gebissen hat - und zwar nicht seine Peiniger (die ihn töten wollten), die haben sich ihn mit der Fangstange vom Leib gehalten; sondern jemand, der möglicherweise durch eine Bewegung zu nahe an seinem Körper sehr unangenehme und schmerzhafte Erinnerungen ausgelöst hatte.

Heinzi am Tag seiner Lebens-Rettung mit seiner vertrauten Spaziergängerin von damals...

Heinzis Sozialisation ging wohl auch zumindest ungenutzt vorüber. Andere Tiere findet er gerade zum Jagen geeignet... und so normale Dinge im Leben von Menschen wie Autos, LKWs, Jogger, Radfahrer, etc. regen ihn auch "eher" negativ auf.

Vor allem Lärm, und da besonders metallische Geräusche, machen ihm zu schaffen: Dies wurde wohl durch Leinenruck (Karabiner-Lärm am Halsband) und Fangstange "antrainiert"...
Beim Konditionieren auf den Clicker musste ich daher besonders vorsichtig vorgehen: Nach dem (auch noch so abgedämpften) Geräusch hat er sich anfangs ganz hektisch umgedreht, wohl um zu sehen, wer ihm da demnächst weh tut...

Zum Glück ist das alles jetzt doch schon einige Zeit her und Heinzi lebt mit Baghira, Nemo, Leila und mir in einer wilden WG. An die Katze Leila hat er sich inzwischen bereits so gut gewöhnt, dass ein Kindergitter - außerhalb der "Ursi trainiert"-Zeit - genügt und er gelassen ruht, während Leila vor seiner Nase herumspaziert.

Auch das Leben in Wien ist längst nicht mehr so stressig für ihn: Autos, Jogger, Radfahrer und sogar die laute Müllabfuhr dürfen inzwischen bereits existieren - belohnunsorientiertes Training mittels Clicker und Markersignal sei dank.


Aber nun mehr zum eigentlichen Schermaschinen-Training:

Ich mache mit ihm ohnehin Medical-Training, da kennt er bereits, dass meine Hand beispielsweise an seinem Rücken die Haut aufhebt, angekündigt durch ein Signalwort - große Hilfe beim TierärztIn-Besuch...

Stufe 0: Meine Hand an seinem Rücken - Click & Belohnung

Seit 5 Einheiten (je 10-15 Min inkl Pausen) trainiere ich mit Heinzi, dass die Schermaschine kein Grund zum Durchdrehen ist...

Stufe 1: Präsentieren der Schermaschine - Click & Belohnung
Stufe 2: Schermaschine bewegt sich (auf ihn zu) - Click & Belohnung
Stufe 3: Schermaschine kurz einschalten, entfernt von Heinzi - Click & Belohnung
Stufe 4: Schermaschine  bewegt sich auf Heinzi zu und wird kurz eingeschalten - Click & Belohnung
Stufe 5: Schermaschine bewegt sich auf Heinzi zu, wird kurz eingeschalten und bewegt sich am Körper entlang, ohne ihn zu berühren - Click & Belohnung
Stufe 6: mit der Schermaschine kurz ein paar Haare schneiden - Click & Belohnung

Von dieser 6. Stufe gibt es ein Video, das zeigt, wie ruhig und vertrauensvoll Heinzi inzwischen bleibt, obwohl die Schermaschine direkt an seinem Ohr vorbeigeführt wird, er nicht sieht, was ich da genau mache, ... kurz: er ist durchaus in einer Situation, die bei ihm Verteidigungsverhalten auslösen könnte. Den Beißkorb trägt er, damit dies dann bei der Tierärztin kein ungewohnter Parameter ist.


Bald wird also auch Heinzi mit gekürzter Mähne umherziehen. Ein paar Haare am Hals und Rücken musste er aber heute auch schon lassen.


Hier noch zum Vergleich ein Video, das Heinzi und mich ein paar Tage nach seiner Rettung zeigt: Ich trainiere mit ihm fast zum ersten Mal in seinem Leben, dass ein Brustgeschirr nichts Böses ist. Seine Augen wurden zu dem Zeitpunkt schon ganz starr, seine Pupillen riesig, wenn mensch zum Halsband nur gegriffen hat.




Und wieder einmal: Trainieren statt dominieren! --> Gerade bei ängstlichen - aggressiven Hunden!

Hilfe beim Schermaschinen-Training oder Medical-Training? --> info@canis-sapiens.at

:-)